Werke

Wilhelm Hauffs kurze literatische Schaffensperiode begann im Jahre 1825 mit der Veröffentlichung einiger Novellen (Memoiren des Satans, Othello) sowie seines ersten Märchenalmanachs. Lichtenstein (1826), ein romantischer Roman, war bis ins 20. Jahrhundert neben seinen Märchen sein bekanntestes Werk. Herzog Wilhelm von Urach, Angehöriger einer Nebenlinie des regierenden Hauses Württemberg, ließ sich durch den Roman anregen, das alte Forsthaus auf dem Lichtenstein zu erwerben und darauf eine historistische Burg errichten zu lassen. Auch eine Oper, Theaterstücke und Dramatisierungen für das Scherenschnittheater trugen zur Popularisierung des Romans bei.

Märchen

Hauffs Märchen fallen in die spätromantische Literaturphase nach den scharfen Zensurbestimmungen der Karlsbader Beschlüsse im Jahre 1819. Der erste Band um die Rahmenerzählung Die Karawane ist gekennzeichnet von hohem Einfühlungsvermögen in orientalische Lebensweise; er enthält bekannte Märchen wie Kalif Storch und Der kleine Muck. Der zweite Band um den Scheich von Alessandria und seine Sklaven verlässt den rein orientalischen Handlungsraum; Zwerg Nase und einige z. B. von Wilhelm Grimm übernommene Märchen stehen in der europäischen Märchentradition. Sein dritter Band, Das Wirtshaus im Spessart, behandelt eher Sagenstoffe als Märchen; die Schwarzwaldsage Das kalte Herz ist die bekannteste dieser Sagen.

  • Märchen-Almanach auf das Jahr 1826 für Söhne und Töchter gebildeter Stände (1825)
    • Märchen als Almanach (Einleitung)
    • Die Karawane (Rahmenerzählung)
    • Die Geschichte vom Kalif Storch
    • Die Geschichte von dem Gespensterschiff
    • Die Geschichte von der abgehauenen Hand
    • Die Errettung Fatmes
    • Die Geschichte von dem kleinen Muck
    • Das Märchen vom falschen Prinzen
  • Märchen-Almanach auf das Jahr 1827 für Söhne und Töchter gebildeter Stände (1826)
    • Der Scheik von Alessandria und seine Sklaven (Rahmenerzählung)
    • Der Zwerg Nase
    • Abner, der Jude, der nichts gesehen hat
    • (Der arme Stephan - von Gustav Adolf Schöll)
    • (Der gebackene Kopf - von James Justinian Morier)
    • Der Affe als Mensch (Der junge Engländer)
    • (Das Fest der Unterirdischen - von Wilhelm Grimm)
    • (Schneeweißchen und Rosenrot - von Wilhelm Grimm)
    • Die Geschichte Almansors
  • Märchen-Almanach auf das Jahr 1828 für Söhne und Töchter gebildeter Stände (1827)
    • Das Wirtshaus im Spessart (Rahmenerzählung)
    • Die Sage vom Hirschgulden
    • Das kalte Herz (In zwei Teilen in die Rahmenerzählung eingefügt)
    • Saids Schicksale
    • Die Höhle von Steenfoll - Eine schottländische Sage

Roman

  • Lichtenstein (3 Bände, 1826)

Satiren

  • Der Mann im Mond oder Der Zug des Herzens ist des Schicksals Stimme (erschienen 1825 unter dem Namen des populären H. Clauren);
  • Mittheilungen aus den Memoiren des Satan (1825/1826, 2 Bände)
  • Controvers-Predigt über H. Clauren und den Mann im Mond, gehalten vor dem deutschen Publikum in der Herbstmesse 1827

Erzählungen

  • Othello (1826)
  • Die Sängerin (1826)
  • Die Bettlerin von Pont des Arts (1827)
  • Jud Süß (1827)
  • Die letzten Ritter von Marienburg
  • Das Bild des Kaisers
  • Phantasien im Bremer Ratskeller, ein Herbstgeschenk für Freunde des Weines (1827)
  • Die Bücher und die Lesewelt
  • Freie Stunden am Fenster
  • Der ästhetische Klub
  • Ein Paar Reisestunden

Sage

  • Der Reußenstein